Gesucht nach: null-cent-woche

  1. Geschafft!

    28. November 2011 by Steven

    Die Null-Cent-Woche ist zu Ende. Auf detaillierte Berichte wie Anfangs der Woche habe ich zunehmend verzichtet. Mir hat die Lust gefehlt den Tag noch einmal aufzuklabausern und es hätte sich sicher auch nicht sonderlich spannend gelesen. An den ersten Tagen war es noch wichtig dies zu tun, denn die Skeptiker brauchten Beweise und für mich war es ein kleiner Motivationsschub. Nun ist das Experiment beendet. Hier könnte der obligatorische Satz stehen, dass ich das Geld und die damit verbundenen Möglichkeiten und Freiheiten viel mehr zu schätzen weiß. So ist es aber nicht. Die Woche war nicht besonders schwer. Sie war sehr umständlich und nervenraubend. Wenn ich alleine an die Organisation von Autos denke vergeht es mir. Es ist aber nicht so, dass es mir besonders gefehlt hat Geld auszugeben. Auf zwei Weihnachtsmärkten am Wochenende hätte ich gerne mein Geld für Glühwein, gebrannte Mandeln, was zu Essen oder unnützes Zeugs liegen lassen, das muss ich zugeben. Doch, es ging auch so ganz gut. Im Verlaufe der Woche wurde das Essen immer eintöniger und von Kartoffeln, Nudeln und Pommes frites habe ich vorerst genug. Es musste viel improvisiert werden. Dafür war die Woche abwechslungsreich und lustig. Ich habe meinen Fernseher verliehen, Fenster geputzt, ein Auto gewaschen, einen halben Schrank zusammengebaut und 32 Kaffeepads, eine Thermofolie, Schlafplätze und drei Biere getauscht. Alles um an Fahrmöglichkeiten oder Essen zu kommen. Das erste was ich mir heute kaufen werde, ist etwas zu essen. Fastfood.

    Ich danke allen, die mir etwas gegeben und geliehen haben und bedanke mich auch dafür, dass ihr die Umstände mitgemacht habt. Bereitet euch schon auf das nächste Experiment vor. Ich habe das so eine Idee.


  2. Vorletzter Tag

    26. November 2011 by Steven

    Noch einmal alles geben und alles tauschen. Fast so ähnlich fühlte sich der heutige Tag an. Nach dem Frühstück, das aus Kakao und Haferflocken bestand, war die erste Tat am heutigen Samstag, das Auto meines Bruders zu waschen. Als Gegenleistung dafür, dass er mir seinen Wagen gestern für eine Fahrt geliehen hatte. Nach der Handwäsche ging es direkt zu meiner Mutter, wo ein Mittagessen auf mich wartete. Hierfür habe ich einen Teil eines Wohnzimmerschrankes aufgebaut. Die Hälfte stand schon als ich ankam. Am Abend ging es auf einen Weihnachtsmarkt auf einer Burg. Erst war ich entschlossen, keinen Glühwein zu trinken und nichts zu essen. Ich wurde dann doch überredet und werde den gezahlten Glühwein und das gezahlte Essen gegen insgesamt 32 Kaffeepads tauschen. Ja, heute wurde mehr getan und getauscht als die Tage davor und so langsam habe ich auch genug davon, mir über jede Kleinigkeit, die ich mir nicht kaufen kann, Gedanken zu machen, wie ich sie eintauschen kann. Morgen ist der letzte Tag, da kommt auch endlich mein Fernseher wieder. Dann habe ich es geschafft und kann ein wenig stolz sein.


  3. Sauber!

    25. November 2011 by Steven

    Eigentlich bin ich viel zu müde um noch einen interessanten Artikel in die Tasten zu hämmern. Aus irgendeinem Grund stand ich erheblich früher auf als sonst und ging auch zu spät ins Bett. Heute morgen musste ich nämlich erst einmal zu meinem Auto laufen. Genauer gesagt, ist es das Auto meines Bruders. Er lieh es mir heute morgen - danke Tobias - und als Gegenleistung werde ich ihm das Auto morgen früh von Hand waschen. Es war ein problemloser Tag und ich hab so gar keine Lust noch viel mehr dazu zu schreiben. Müdigkeit. Vielleicht war das Fensterputzen auch zu anstrengend. Ich kann es nicht sagen. Für mein Abendessen - Danke dafür - habe ich heute in der Wohnung von meinem Vater die Fenster gereinigt. Ich denke, das ist ein guter Deal. Das war’s schon. Im Moment fehlt mir mein Fernseher und die damit verbundene Möglichkeit gemütlich an der Playstation zu spielen mehr, als irgendetwas zu kaufen. Süßigkeiten zum Beispiel oder Fastfood oder etwas anderes als Wasser. Ein Saft wäre schön. Der Text ist unfassbar schlecht geworden. Morgen wird’s wieder ausführlicher. Und jetzt entschuldigt mich bitte.

    Gute Nacht.


  4. Schwarz und krumm

    23. November 2011 by Steven

    Eine Autofahrt stand heute nicht auf dem Plan. Im Hinblick darauf versprach der Tag weniger stressig zu werden. So drang das Thema Essen in den Vordergrund. Von der Autofahrt-Organisation gestern war ich scheinbar so stark geschlaucht, dass ich heute erst gegen 10.30 Uhr aus dem Bett kam. Am frühen Morgen sah ich als Erstes Das Erste was ich in der Küche sah waren drei schwarze Bananen. Ich kann nicht sagen, dass sie noch schwarzer geworden sind, aber heute ekelten sie mich so stark an, die konnte ich nicht runterwürgen. Das Frühstück bestand nur aus einem Müsliriegel. Bis zum Mittagessen ging ich noch fest davon aus, in meinem Kühlschrank befinden sich noch mindestens vier Eier. Als ich nachsah, stellte ich fest, nicht vier, nein, keine Eier habe ich mehr auf Vorrat. Da musste ich mir etwas anderes überlegen. In der Tiefkühltruhe hatte ich bisher noch nicht nach etwas essbaren gesucht. Eine Pizza fand ich leider nicht, jedoch Pommes. Gut, beschränkte ich mich zum Mittagessen eben auf Pommes mit etwas Speck und Röstzwiebeln. Eine Diät Woche wird das nicht gerade. Zum Abend dann aß ich dann doch die Bananen. Ich überlegte, irgendetwas müsste ich mit diesen dunklen Teilen noch anfangen können. Mir kam die Idee, sie mit Haferflocken zu panieren und mit etwas Öl und Honig in einer Pfanne zu braten. Zugegeben: Sie waren verdammt süß - nicht mein Fall. Wohl doch eher etwas für’s Frühstück. Eine Banane ist noch übrig. Vielleicht morgen früh.

    Was mir sehr fehlt, ist mein Haarspray. Das ging mir direkt gestern aus. Hier stehen zwar noch eine Tube Gel und Haarwachs rum, doch ich komme mit dem Kram überhaupt nicht zurecht. Bein nächsten Windstoß ist die Frisur dahin. Als ich das meiner Mutter erzählte meinte sie nur: „Es ist mir egal, dass du kein Harspray mehr hast.“ Na danke auch. Heute Mittag wollte ich noch in die Stadt und war gerade dabei zum nächsten Tchibo zu laufen um mir einen Coffee to go zu holen. Ja, ich darf kein Geld ausgeben. Das fiel mir gerade noch im Treppenhaus ein. Wie praktisch, dass ich vor einiger Zeit einen nachfüllbaren Becher gekauft habe. So unschön und spießig das Teil auch ist, heute konnte ich es gut gebrauchen. Senseo Kaffee direkt in den Becher laufen lassen und raus auf die Straße.


    Nun ist der Abend da und die Freundin kam auf Besuch. Als Erstes habe ich ihr natürlich die drei Flaschen Bier für meine zwei Bier vom Vorabend zum Tausch gegeben. Etwas überrascht, dass der Fernseher tatsächlich weg ist und eine kahle Wand und herumliegende Kabel hinterlassen hat, war sie dann schon. Zur Sicherheit hat sie ihren Laptop mitgebracht, falls wir einen Film schauen wollen. Doch ich denke, wir können den Umstand gut nutzen um etwas analoges zu tun. Brettspiele oder so.

  5. Schwerer als gedacht

    by Steven

    Der heutige Tag verlief etwas anders als erwartet. Am Abend zuvor hatte ich versucht meine Autofahrt für heute zu organisieren. Irgendwie hätte ich 20 Kilometer zur nächsten Ortschaft selbst zurücklegen müssen, mit dem eigenen Auto - dafür würde der Tank noch ausreichen - oder schwarz mit dem Zug. Von dort aus wäre ich mit einem Arbeitskollegen weiter zum Termin gefahren. Gegen 12 Uhr kam heute Mittag die Absage. Aus der Autofahrt wird nichts. Ich muss also anders zu dem Termin kommen. Per WhatsApp schrieb ich meinen Bruder an, ob er mir nach Feierabend sein Auto leihen könnte. Um spätestens 15 Uhr müsste ich losfahren. Leider meldete sich mein Bruder erst kurz vor 15 Uhr. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon ein anderes Auto organisiert. Parallel zu meinem Bruder, schrieb ich einen Kumpel an und fragte auch ihn, ob er mir sein Auto leihen könnte. Er sagte gleich zu und erfuhr schon von einem anderen Kumpel, dass ich diese Null-Cent-Woche als Selbstversuche mache und Dinge nur gegen andere Gegenstände eintauschen dürfe. Er kam also sofort vorbei und schaute sich in meiner Wohnung nach brauchbaren Tauschgegenständen um. Eine DVD, ein Buch oder ein Videospiel, das einer Tankfüllung von acht Euro gleichkommen würde, wollte er nicht haben. Mein Kumpel entschied sich für meinen Fernseher. Den möchte er für diese Woche haben. Was sollte ich machen? Ich hielt das erst für einen Scherz. Er meinte es jedoch absolut ernst und hatte schon ein breites Grinsen im Gesicht. Ich war auf das Auto angewiesen und es war bis dato die einzige Möglichkeit meine Fahrt zu sichern. Also ließ ich mich darauf ein und wir packten den Fernseher in eine hässliche Decke und schleppten ihn ins Auto um ihn anschließend in seine neue Wohnung zu tragen. Mein Kumpel hatte eine riesen Freude an der Geschichte. Er konnte den Fernseher eigentlich gar nicht nutzen. Genauer gesagt, besitzt er nicht einmal Kabel um den Fernseher bei sich zuhause anzuschließen. Er wollte mich einfach an einer Stelle treffen, die mir weht tat. Das hat er geschafft. So ist der Fernseher und damit auch Oblivion und Battlefield 3 weg. Dafür hatte ich ein Auto. Und dafür bin ich meinem Freund sehr dankbar, denn das musste er erst noch mit zehn Euro auftanken. Ich konnte zu meinem Termin fahren und war tatsächlich noch pünktlich.


    Auf der Fahrt dahin rief mich meine Freundin an und fragte, ob ich heute Abend noch mit ihr und einem Arbeitskollegen etwas trinken gehen wolle. Hier gab es zwei Probleme. Erstens: Das Auto sollte um 18 Uhr wieder beim Besitzer stehen, und Zweitens: Ich darf mir kein Bier leisten. Das erste Problem löste sich recht schnell, da ich das Auto nach Absprache länger behalten durfte. Einen Umweg musste ich auch nicht fahren, da die Bar direkt auf dem Weg lag. Problem zwei werde ich lösen indem ich meiner Freundin, die mir die zwei Biere zahlte, morgen drei Falschen Bier zurück tauschen werde. Das ist erlaubt. Ich überlege auch, ob es Sinn macht, mit Dienstleistungen - eine Wohnung putzen zum Beispiel - an ein Essen zu kommen. Ich denke ja, das dürfte erlaubt sein.

    Zum Frühstück gab es lediglich eine schwarze Banane, die ich, würde ich diese Testwoche nicht machen, mit Sicherheit weggeworfen hätte. Das Mittagessen bestand aus einem Rest Salat. In dem Fall hätte ich mir zum Salat mit Putenstreifen, Ei und Käse ein Joghurtdressing gekauft. Heute mixte ich es mir selbst zusammen. In den Mix kamen Frischkäse, Ricotta, Milch, Salz, Pfeffer, Currypulver und etwas Öl und Essig. Fertig. Es schmeckte tatsächlich gut. Nun ist es 23.31 Uhr, ich sitze hier, schreibe diesen Blogartikel und auf dem Herd steht ein Topf mit Kartoffeln. Zum Abendessen wird es Kartoffeln mit Salz und Gewürze geben.

    Die Reaktionen zur Aktion sind recht unterschiedlich. Der eine findet die Idee super und verrückt, der andere empfiehlt mir die Aktion um ein paar Tage zu verschieben, denn da könne ich vorher noch einmal volltanken. Naja, da wäre der Sinn dahin. Ich denke, es ist tatsächlich gut, dass ich die Aktion so spontan gestartet hatte. So bleibt das Szenario einigermaßen realistisch, auch wenn ich mir zusätzliche Regeln aufgestellt habe. Ich muss zugeben, dass heute der stressigste Tag seit langem gewesen ist. Die Organisation des Autos war einfach zeitaufwändig und Nerven raubend. Am ersten Tag hielt ich noch das Essen für das größte Problem. Doch wer weiß, vielleicht ändert sich das noch.

    Nachahmer hat die Aktion auch schon gefunden: Er hier startet morgen früh mit seiner Null-Cent-Woche. Da will ich mal hoffen, dass er sich nicht heute noch mit allem nötigen Krams eingedeckt hat. Mehr Updates zum Tagesverlauf und aktuellen Problemen gibt’s auf meinem Twitter Account.

    Morgen kommt der nächste Tagesbericht.


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