
Der heutige Tag verlief etwas anders als erwartet. Am Abend zuvor hatte ich versucht meine Autofahrt für heute zu organisieren. Irgendwie hätte ich 20 Kilometer zur nächsten Ortschaft selbst zurücklegen müssen, mit dem eigenen Auto - dafür würde der Tank noch ausreichen - oder schwarz mit dem Zug. Von dort aus wäre ich mit einem Arbeitskollegen weiter zum Termin gefahren. Gegen 12 Uhr kam heute Mittag die Absage. Aus der Autofahrt wird nichts. Ich muss also anders zu dem Termin kommen. Per WhatsApp schrieb ich meinen Bruder an, ob er mir nach Feierabend sein Auto leihen könnte. Um spätestens 15 Uhr müsste ich losfahren. Leider meldete sich mein Bruder erst kurz vor 15 Uhr. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon ein anderes Auto organisiert. Parallel zu meinem Bruder, schrieb ich einen Kumpel an und fragte auch ihn, ob er mir sein Auto leihen könnte. Er sagte gleich zu und erfuhr schon von einem anderen Kumpel, dass ich diese Null-Cent-Woche als Selbstversuche mache und Dinge nur gegen andere Gegenstände eintauschen dürfe. Er kam also sofort vorbei und schaute sich in meiner Wohnung nach brauchbaren Tauschgegenständen um. Eine DVD, ein Buch oder ein Videospiel, das einer Tankfüllung von acht Euro gleichkommen würde, wollte er nicht haben. Mein Kumpel entschied sich für meinen Fernseher. Den möchte er für diese Woche haben. Was sollte ich machen? Ich hielt das erst für einen Scherz. Er meinte es jedoch absolut ernst und hatte schon ein breites Grinsen im Gesicht. Ich war auf das Auto angewiesen und es war bis dato die einzige Möglichkeit meine Fahrt zu sichern. Also ließ ich mich darauf ein und wir packten den Fernseher in eine hässliche Decke und schleppten ihn ins Auto um ihn anschließend in seine neue Wohnung zu tragen. Mein Kumpel hatte eine riesen Freude an der Geschichte. Er konnte den Fernseher eigentlich gar nicht nutzen. Genauer gesagt, besitzt er nicht einmal Kabel um den Fernseher bei sich zuhause anzuschließen. Er wollte mich einfach an einer Stelle treffen, die mir weht tat. Das hat er geschafft. So ist der Fernseher und damit auch Oblivion und Battlefield 3 weg. Dafür hatte ich ein Auto. Und dafür bin ich meinem Freund sehr dankbar, denn das musste er erst noch mit zehn Euro auftanken. Ich konnte zu meinem Termin fahren und war tatsächlich noch pünktlich.


Auf der Fahrt dahin rief mich meine Freundin an und fragte, ob ich heute Abend noch mit ihr und einem Arbeitskollegen etwas trinken gehen wolle. Hier gab es zwei Probleme. Erstens: Das Auto sollte um 18 Uhr wieder beim Besitzer stehen, und Zweitens: Ich darf mir kein Bier leisten. Das erste Problem löste sich recht schnell, da ich das Auto nach Absprache länger behalten durfte. Einen Umweg musste ich auch nicht fahren, da die Bar direkt auf dem Weg lag. Problem zwei werde ich lösen indem ich meiner Freundin, die mir die zwei Biere zahlte, morgen drei Falschen Bier zurück tauschen werde. Das ist erlaubt. Ich überlege auch, ob es Sinn macht, mit Dienstleistungen - eine Wohnung putzen zum Beispiel - an ein Essen zu kommen. Ich denke ja, das dürfte erlaubt sein.

Zum Frühstück gab es lediglich eine schwarze Banane, die ich, würde ich diese Testwoche nicht machen, mit Sicherheit weggeworfen hätte. Das Mittagessen bestand aus einem Rest Salat. In dem Fall hätte ich mir zum Salat mit Putenstreifen, Ei und Käse ein Joghurtdressing gekauft. Heute mixte ich es mir selbst zusammen. In den Mix kamen Frischkäse, Ricotta, Milch, Salz, Pfeffer, Currypulver und etwas Öl und Essig. Fertig. Es schmeckte tatsächlich gut. Nun ist es 23.31 Uhr, ich sitze hier, schreibe diesen Blogartikel und auf dem Herd steht ein Topf mit Kartoffeln. Zum Abendessen wird es Kartoffeln mit Salz und Gewürze geben.
Die Reaktionen zur Aktion sind recht unterschiedlich. Der eine findet die Idee super und verrückt, der andere empfiehlt mir die Aktion um ein paar Tage zu verschieben, denn da könne ich vorher noch einmal volltanken. Naja, da wäre der Sinn dahin. Ich denke, es ist tatsächlich gut, dass ich die Aktion so spontan gestartet hatte. So bleibt das Szenario einigermaßen realistisch, auch wenn ich mir zusätzliche Regeln aufgestellt habe. Ich muss zugeben, dass heute der stressigste Tag seit langem gewesen ist. Die Organisation des Autos war einfach zeitaufwändig und Nerven raubend. Am ersten Tag hielt ich noch das Essen für das größte Problem. Doch wer weiß, vielleicht ändert sich das noch.
Nachahmer hat die Aktion auch schon gefunden: Er hier startet morgen früh mit seiner Null-Cent-Woche. Da will ich mal hoffen, dass er sich nicht heute noch mit allem nötigen Krams eingedeckt hat. Mehr Updates zum Tagesverlauf und aktuellen Problemen gibt’s auf meinem Twitter Account.
Morgen kommt der nächste Tagesbericht.