
Ich muss an dieser Stelle mal meine Begeisterung für Sanifair kundtun. Mindestens einmal im Monat fahre ich eine größere Strecke quer durch Deutschland. Somit bleibt es nicht aus, dass auch ich früher oder später auf das stille Örtchen muss. Was früher in Deutschland und heute noch im Ausland eine sehr unschöne Erfahrung sein kann, kann heuer mit einem Wellnessbesuch verglichen werden. So ein bisschen jedenfalls. Bei all den positiven Erfahrungen, die ich mit Sanifair gemacht habe, auf die ich gleich eingehen werde, blieb auch eine negative Erfahrung nicht aus. Bevor ich begonnen hatte an diesem Artikel zu schreiben, sah ich mich nach Bildmaterial um. Was liegt näher, als direkt bei Sanifair anzufragen? Einen Pressebereich gibt es, warum nicht nutzen? Bisher bekam ich auf meine Anfrage leider keine Antwort. Schade, dass der Service von Sanifair, achtung Wortspiel(!), beschissen ist. Aus diesem Grunde habe ich die Bilder selber mit meinem Handy gemacht.
Update: Inzwischen hat sich Sanifair doch noch gemeldet und mir Bildmaterial gesendet. Mehr dazu am Ende des Artikels.
Was ist denn das bitte für ein tolles Konzept? Als Kunde löhnt man 50 Cent für die Benutzung der Toiletten. Dafür bekommt man absolut hygienisch saubere Toiletten. Der große Vorteil ist, dass man nichts anfassen muss. Es sei denn, man geht in eine Kabine. Ansonsten kommt man so ziemlich ohne Berührungen durch. Ein 50 Cent Stück kommt in den Automaten und der dieser spuckt wiederum einen 50 Cent Wertgutschein aus. Viel mehr muss man nicht anfassen. Bis auf den Seifenspender, wenn ich mich recht entsinne. Aber hey, danach wäscht man sich ohnehin die Hände. Der Wasserhahn und der Handtrockner funktionieren berührungslos. Toiletten reinigen sich selbst und werden desinfiziert. Wunderbar.
Schon von weitem lächelt dich Sanifair an. Die Räume sind hell beleuchtet. Einladend. Nicht vergleichbar mit dem, was man aus normalen Toilettenhäusern kennt. Entspannende Musik erklingt und eine Frauenstimme begrüßt dich mit einem sanften hallo. Es riecht angenehm. Der geneigte Kunde ist angehalten während des Blasenentleerungsvorgangs die eine, mehr oder weniger lustige, Anzeige zu lesen. Was immerhin angenehmer ist, als auf Kacheln zu starren. Dabei kommt man sich nämlich ziemlich dumm vor. Das ist ein peinlicher Moment. Als Mann steht man vor diesem Pissoir und schaut auf eine Wand die sich keine 20 Zentimeter von einem weg befindet. Man ist geneigt ein wenig nach recht oder links zu schauen. Doof, wenn da einer steht. Nehmt euch bitte ein Beispiel an Sanifair, liebe Toilettenbetreiber, und hängt uns irgendetwas vor die Nase. Irgendwas. Aber bitte keine weißen Kacheln. Farbige oder gemusterte Kacheln wären schon ein Fortschritt.
Das superspitzentolle Toiletten System ist jedoch noch nicht das beste an Sanifair. Ich finde die 50 Cent Wertgutscheine genial. Diese Gutscheine kann man nach dem Toilettengang direkt in ein leckeres Brötchen oder einen starken Kaffee investieren. Ein Kaffee für beispielsweise 2,50 Euro bekommt man somit für 2,- Euro. Zudem sind die Gutscheine nicht an einer Tanke gebunden. Einen Gutschein aus Hamburg kann problemlos in Stuttgart eingelöst werden. Ebenfalls positiv: Nicht nur Kaffeeautomaten und Tankstellen sind dabei, auch ausgewählte Burger King und Mc Donalds Restaurants und viele weitere Unternehmen akzeptieren den Gutschein. Ein geniales Konzept. Ich bin nur noch nicht dahinter gekommen, wie das alles möglich ist. Im Prinzip ist der Toilettengang gratis. Diejenigen, die sich keinen Kaffee kaufen und sich auch sonst nichts bei der Tanke leisten, zahlen natürlich 100% für den Toilettenbesuch. Hier hätte Sanifair also etwas verdient. Sicher fließt auch einen Teil der Einnahmen aus dem Verkauf von Kaffee und Brötchen in Sanifairs Taschen. Verdient wird auch an Kunden, die sich nur durch den Gutschein zu dem Kauf eines Produktes hinreißen lassen -- schließlich spart man ja 50 Cent. Auch Anzeigentafeln die überall im Sanifair Bereich hängen werden ihren Teil beitragen. Abgesehen davon, dass sie oft mehr unlustig als lustig sind.
Update
Sanifair hat sich nun doch noch gemeldet. In einer eMail teilt mir eine Dame mit, dass sie gerade den Blogartikel gelesen hat und entschuldigt sich dafür, dass die Anfrage „liegen geblieben“ ist. Ich finde das toll. Vor allem, nachdem ich den Service als „beschissen“ betitelt hatte, habe ich nicht mit einer positiven Reaktion gerechnet. Die Bilder habe ich nun in den Artikel eingefügt. Das Bild vom Wert-Bon ist von mir. Danke, Sanifair.
Sehr gut. Ich habe auch noch den ein oder anderen „Gutschein“ hier liegen. Am Anfang, als ich noch keinen Kaffee trank oder genug zu Essen mitnahm, war ich über die 50 Cent erbost, obwohl der Gang zur Toilette viel schöner war als der Gang in das nächste Gebüsch!
Gut, der Busch wäre gratis. Eine Alternative.
Finde ich Toiletten von denen auch super. Bin immer wieder froh, wenn ich während einer langen Strecke eine Tanke mit Sanifair finde.
Ist für mich inzwischen Kriterium Nr. 1. Und Kaffee von Lavazza muss es geben.
Gerade überlege ich mir, wie ich eigentlich hierher zu einen Sanifair Artikel gekommen bin.
Seis drum: Ich habe einen Stapel Sanifair-Gutscheine im Geldbeutel (die übrigens nach einem Jahr ablaufen!) und komme nicht dazu, alle in Lavazza umzuwandeln. Anscheinend muss ich häufiger als ich Kaffee will...